Geschichte

Himerius, der Gründer

Die Geschichte von Saint-Imier reicht bis in das Jahr 600 zurück, als ein Einsiedler aus der Ajoie kam, um eine Siedlung anzulegen. Nach weiten Reisen liess er sich im Tal nieder und setzte das Evangelium durch. Später wurde auf seiner Grabstätte eine Kirche errichtet. Die erste schriftliche Erwähnung des Ortes cella sancti Hymerii geht auf Kaiser Karl den Grossen im Jahr 884 zurück. Im 11. Jahrhundert wurde ein prächtiges Gebäude gebaut, in dem der weit und breit verehrte Himerius seine letzte Ruhe fand: die Stiftungskirche. In ihr residierte ein zwölfköpfiges Kapitel von Stiftsherren.

Von Revolution zu Revolution

Unter dem Einfluss der Stadt Biel wurde 1530 in Saint-Imier die Reformierung eingeführt. Die Stiftungskirche wurde geplündert, die Reliquien von Himerius zerstreut und die Stiftungsherren flohen nach Solothurn. 1556 erhielten die Bewohner des Tals Freiheiten von ihrem Herrscher, dem Basler Fürstbischof, und die Herrschaft Erguel entkam der Bieler Vormundschaft.
Ende des 18. Jahrhunderts erreichte die französische Revolution das Land, als Frankreich das Bistum Basel annektierte. Erst mit dem Fall von Napoleon und dem Wiener Kongress (1815) kam das Bistum Basel zum Kanton Bern und Saint-Imier wurde definitiv eine Schweizer Gemeinde.

Entstehung der Uhrmacherstadt

1800 war Saint-Imier ein Bauerndorf mit 900 Einwohnern, in dem die Uhrmacherei bereits verbreitet war. Wenige Jahrzehnte später verwandelte der rasante Aufschwung der Uhrmacherei Saint-Imier in eine Industriestadt mit 7000 Einwohnern. Einige der Werkstätten, die in den Wohnhäusern florierten, gleisten eine glorreiche Zukunft auf: Agassiz (1832), Leonidas(1842), Heuer (1860), Breitling (1884). 1866 entschied sich Ernest Francillon, das herkömmliche Produktionssystem aufzugeben und errichtete die Manufaktur Longines, die erste mechanisierte Fabrik der Region.

Anarchistische Bewegungen

Bald organisierten sich auch die Arbeiter. Im Rahmen der ersten Internationalen stellten sich die Uhrmacher der Juraföderation gegen das autoritäre und zentralisierende Gedankengut von Marx und wurden in der Folge von der Organisation ausgeschlossen. Sie stellten sich auf die Seite der libertären Gesinnung des russischen Revolutionärs Bakunin und hielten in Saint-Imier vom 15. bis 16. September 1872 einen historisch bedeutenden Kongress ab. Damit waren die ersten Antiautoritären Internationalen geboren.

Energiereicher Ort

Im Laufe des 20. Jahrhunderts durchlebte die Uhrenindustrie Hochs und Tiefs. Aber die Bevölkerung von Saint-Imier konnte sie dank ihrer Hartnäckigkeit und ihres mikrotechnischen Know-hows überwinden. Sie entwickelte ein kreatives Potenzial und eine Energie für die Erneuerung, denen sie ihre heutige wirtschaftliche und kulturelle Diversifizierung verdankt.  

 

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